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Hardenberg gewinnt in Lissabon den Cup11.10.2006
Zum Abschluß der Saison 2006 und als Turnierhöhepunkt für die Bundesligamannschaft der BGS Hardenberg Pötter fand in der vergangenen Woche der Europa Cup der Landesmeister in Portugal statt.

Die neu erbaute Kombi-Anlage des MC Portugal liegt in Alges, einem Vorort von Lissabon, mitten in einer ebenfalls neu gestalteten Parkanlage. Die Betonbahnen sind mit viel Liebe erstellt und zeichnen sich durch eine besonders glatte Oberfläche aus. Durch den verschiedenfarbigen Anstrich der Außenseiten, ergibt sich ein modernes und öffentlichkeitswirksames Ambiente. Leider bieten die Frischpflanzungen dem Aktiven noch keinen Schatten, ein Umstand der dem durchschnittlichen Mitteleuropäer auch im Oktober noch zu schaffen machen kann.

Die Anreise des Teams erfolgte von Frankfurt (Hahn) über Porto und von dort mit dem Bus nach Alges. Eine ziemliche Tortur, aber angesichts der extrem günstigen Flugpreise nachvollziehbar. Ein besonderer Dank an dieser Stelle an Klaus Reinisch aus Neutraubling, der einen Mannschaftsbus im Alleingang 2800km ans Ziel brachte und auch vor Ort den Transfer von Porto nach Alges durchführte. Auf diesem Weg war es dem Team möglich immerhin 45 Container mit Ballmaterial zur Verfügung zu haben, ein gewaltiger Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Mike Mann und Walter Erlbruch hatten mit einem Kurztrip am Vorwochenende bereits die Grundlagen der Betonanlage erarbeitet und nach der Ankunft am Freitag konnte das Training dementsprechend flüssig und strukturiert aufgenommen werden.

Die Betonanlage ist aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit eher untypisch für dieses System und in den Schlagvarianten vielleicht mit Neheim zu vergleichen. Es ergibt sich ein leichtes Miniaturgolffeeling. Sehr tiefe Ergebnisse sind möglich, was aber nicht bedeutet, dass hier einfach gekullert werden kann. Im Gegenteil ist hier konsequentes und zügiges Totballspiel gefragt - die Ballliste am Ende dieses Artikels zeigt das deutlich.

Nach 5 Trainingstagen und gespielten 12 Runden, zeichnete sich ab, dass im Turnier Mannschaftsrunden zwischen 160 und 170 gespielt werden können. Was die Konkurrenz hier zu leisten in der Lage war, sollte sich in den 3 Turniertagen zeigen.

Das Hardenberger Team startete mit der gleichen Aufstellung wie beim Vorjahres EC, mit Uwe Ludwig auf der Ersatzposition, in den ersten Wettkampftag und gleich in Durchgang 1 brachte sich die Mannschaft in eine kritische Situation. Mit einem mittelmäßigen 177er Ergebnis verlor man gleich in der Startrunde 10 Schläge auf die Mannschaft aus Uppsala und fand sich lediglich auf Platz 4 wieder. War die 167 der Schweden eine Eintagsfliege oder würde der vermeintliche Hauptkonkurrent diese Leistung halten können? In Runde 2 folgte mit 170 eine deutliche Verbesserung der Leistung und auch wenn das Ergebnis weiterhin hinter den Erwartungen zurück blieb konnte man den Schweden 2 Schläge abringen und sich auf den zweiten Platz verbessern. Runde 3 fiel anschließend der Dunkelheit zum Opfer und musste mit Massenstart am 2. Tag beendet werden.

Mit dem neuen Tag stand auch ein deutlich verbessertes Team Hardenberg auf der Anlage. Endlich konnten die Trainingseindrücke bestätigt werden und es gelang in der noch zu beendenden 3 Runde eine 164, die leider von den weiterhin perfekt spielenden Schweden mit 163 Schlägen gekontert wurde. Nach 3 von 8 Runden war klar, dass Hardenberg sich keinen weiteren Ausrutscher leisten durfte und man auch bei optimaler Leistung auf Fehler aus Uppsala hoffen musste, deren Team faktisch fehlerfrei auf höchstem Niveau agierte. In Durchgang 4 das gleiche Bild. Beide Teams nahmen sich nichts und Hardenberg (166) konnte lediglich einen Schlag aufholen. Unvorstellbar dann, was sich in Runde 5 ereignete. Der Schwedische Startspieler Anders Olsson spielte mit 20 eine sensationelle Runde und Mike Mann musste trotz seiner 24 weitere 4 Schläge abgeben. War das bereits die Niederlage für die Pötter? Die Company hielt wacker dagegen und am Ende gingen gegen einen 159er Durchgang nur 2 Schlag verloren. Eigentlich hatte man das beste aus der Situation gemacht, aber es waren wieder die 10 Schläge Rückstand aus der ersten Runde und am Finaltag gab es nur noch 3 Durchgänge, um den Abstand zu egalisieren. Bereits in der abendlichen Besprechung machte das Ziel, einen Durchgang in Richtung 150 spielen zu müssen, die Runde. Man war sich einig, die Schweden selbst würden einem keine Chance geben.

Uwe Ludwig, als Ersatzspieler, beendete dann auch konsequent sein Spiel an Position 7 und arbeitete am Samstag als zweiter Betreuer neben Headcoach Ramona Ludwig. Jetzt kam es auf das notwendige Standing an. Im ersten Durchgang des Samstags, gelang dem Team dann das Unmögliche : 25, 25, 27, 28, 25, 25 = 155. Den Schweden konnten trotz ihrer weiterhin perfekten Leistung von 162 Schlägen 7 Schläge abgerungen werden. Der Rückstand lag jetzt bei nur noch 3 Punkten. Der Gegner lag jetzt erstmals in Schlagweite. Gleichzeitig wurde das Turnier auf 7 Durchgänge gekürzt. Die folgende Runde musste entscheiden, wer Portugal als Sieger verlassen würde. Im Finale zeigte sich Uppsala deutlich beeindruckt vom Spiel und unabdingbaren Siegeswillen der Company und erstmals im Turnierverlauf offenbarten sich Schwächen bei den Männern aus dem Norden. Zuerst Olsson mit einer 4 an Bahn 2 und anschließend Wicklund mit einer 5 an der 4 brachten die Schweden in Rückstand und nach 3 Spielern hatte Hardenberg bereits 6 Schläge Vorsprung. Hardenberg gab sich im weiteren Verlauf keine Blöße mehr und der Gegner hatte nach 3 Tagen Spiel auf höchstem Niveau nichts mehr zuzusetzen. Schlussspieler Harald Erlbruch konnte am Ende ruhig dem 8. EC Sieg entgegen spielen, der schwedische Schlussspieler Ryner hatte seine Balltasche bereits demonstrativ im Zelt entsorgt.

Arheilgen als zweiter deutscher Vertreter belegte am Ende den dritten Platz. Mehr war für die DM-Zweiten auf ihrem EC Debüt nicht erreichbar. Bei den Damen konnte sich Vorjahressieger Neutraubling ebenfalls durchsetzen. Wie schon auf der Europameisterschaft zeigten die Spielerinnen deutlich den deutschen Leistungsvorsprung im Damenbereich auf und spielten auf Herrenniveau. Komplettiert wurde der Erfolg dabei auch durch die Mannschaft aus Mainz, die den zweiten Platz belegen konnte. Den Schwedinnen blieb hier lediglich die Bronze-Medallie.

Außer dem sportlichen Erfolg, bleibt von einer Maßnahme in Portugal natürlich mehr hängen. Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Die Schönheit des Landes und die Atlantikwellen. Natürlich auch der Wein und das Essen. Mit einem Quartier in rund 35km Entfernung, war zwar eine tägliche Anfahrt von 40 Minuten zu bewältigen, dafür gab es herrliche Appartements direkt am Atlantik und täglich Selbstgekochtes von Moppel und Astro, die auch für den physiotherapeutischen Bereich zuständig war. Der Verlust eines Handys, einer Kette, diverser Socken und des Quartierschlüssels in der unberechenbaren Brandung, war in diesem Zusammenhang locker zu verschmerzen. Ein besonders herzlicher Dank geht an die portugiesischen Freunde, für eine rundum gelungene Veranstaltung und die erlebte Gastfreundschaft.


Reisinger Bälle auf dem EC gespielt :

Bahn 1 : Company 1, 50J. Bad Salzuflen
Bahn 4 : Reisinger 30
Bahn 5 :Campionate Italiana 2006 Lana
Bahn 6 : 50J. Bad Salzuflen
Bahn 8 : Caddy 0, SEM Luxenburg
Bahn 9 : Pechvogel
Bahn 11 : Caddy 0, Katerchen gelb
Bahn 12 : Illertissen blau, EC2006
Bahn 15 : Caddy C6
Bahn 17 : WM Steyr
Bahn 18 : Caddy B

» Impressionen aus Portugal
Autor: uweL.
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